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Sommerliche Impression

 

Klingt im Wind ein Wiegenlied,

Sonne warm ins Mieder sieht;

seiner Ähre, reif wie Korn,

rote Beere schwillt ihm vorn,

ganz hinweg ist ihre Ruh –

junge Frau, was zögerst du?

 

Pit Segriet

 

Pit Segriet am 1.8.12 15:27


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GUNTRAMS SONNTÄGLICHES RITUAL

Es ist ein Sommertag, ein Sonntagnachmittag, wie er  Jahr für Jahr mehrfach vorkommt. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel, der Friede liegt über dem Land, kein kühlendes Lüftchen und dergleichen mehr.

 

Guntram Schmelzer liegt auf dem Bett und – weder holt er sich einen runter, noch lässt er sich den Hintern oder sein besonders edles Körperteil von einer „Herrin“ versohlen. Solche unanständigen Dinge an einem Sommernachmittag kommen nur in gedruckter oder elektronisch verbreiteter Klitlit vor. Pfuibä. Nein Guntram, Lehrer für Geographie und Gesellschaftskunde an der Hauptschule, liegt auf einer biologisch und ökologisch korrekten Matratze aus Naturkautschuk mit dem Zertifikat aus kontrolliertem Anbau aus den Regenwälder in den Reservaten der indigenen Völker in den Regenwäldern am Amazonas. Er schläft den sonntäglichen Nachmittagsschlaf, den er redlich nach der stressigen Arbeit während der Woche mit der heutigen Jugend verdient hat. Er träumt den glücklichen Traum, dass es ihm gelungen ist, sich bei Facebook anzumelden, um mit seinen Schülern auf Augenhöhe verkehren zu können. Er hat auf der Plattform schon 7 Freunde, allerdings keine Schüler, sondern sechs Kollegen, mit denen er das pädagogische Ziel teilt und ein weibliches Wesen ohne Altersangabe, das seine Essstörungen als besonderes Interessengebiet angibt.

 

Guntram wacht auf. In der Küche bereitet er sich einen fair gehandelten Karmablütentee, um sich ganzheitlich zu energetisieren. Dazu isst er eine Scheibe von dem Hefezopf, den ihm seine Mama geschickt hat. Er genießt nochmals seinen Traum nach. Offenbar hat dieser ihn schwer beeindruckt. Gestärkt durch die dadurch gewonnene Erkenntnis, dass er auf dem Niveau von Facebook angekommen ist, fasst er mannhaft den Entschluss, sich einen weiteren Traum zu erfüllen: morgen wird er sich als Mitglied bei den Piraten anmelden.

 

Schon wieder hat die CDU einen treuen Stammwähler verloren.

Pit Segriet am 28.7.12 10:54


Städter am Meer

Im heißen Sand, am Mittelmeer

rösten liegestuhlgereiht die Städter;

das Eisbein drückt den Magen schwer,

Elfriede – strechgepanzert – wirkt noch fetter,

als in Castrop-Rauxels Einkaufszone bekleidet,

die Wahrheit sich am Strand bewahrheitet.

 

Es rauscht kein Wald, es drückt aufs Herz,

dass abends Männe kommt, ist kein Verlass;

im Gedärme wühlt der Eisbeinschmerz,

der Becksverkäufer kommt vorbei,

das Männe nimmt sich nochmals drei.

In der Jugenddisco gibt es Gras.

 

Doch hängt der Städter ganzes Herz an dir,

du heißer Sand am Mittelmeer;

dein falscher Zauber für und für

ruht lächelnd doch auf dir, auf mir,

du Illusion, na bitte sehr.

 

 

Pit Segriet

Pit Segriet am 25.7.12 10:40


EVA, MEINE LIEBE FRAU, TRITT INS RAMPENLICHT

 Aus der blühenden Hochkultur von Irgendwo

 

Zwei Tage nachdem sich die Planung meines epochalen Werkes „Aus dem blühenden Kulturleben von Irgendwo“ herumgesprochen hatte, da war wohl der Stammtisch etwas leck geworden, wurde ich gewahr, dass meine, in dem Dorf meiner problemlos verlaufenen Geburt in spürbaren Anfängen bestehende, Weltbekanntheit sich auszubauen begann, telefonte mich mein alter Freund Heinz. Dabei störte er mich beim Beschneiden meiner Fußnägel, ohne dadurch meiner guten Laune Abbruch zu tun.

„Tag Josef, was machst Du gerade?“

„Tag Heinz, falls Du es noch nicht gemerkt haben solltest, ich telefoniere gerade mit Dir.“

„Alter Gauner, lass Dich mal dabei nicht stören.“

„Nein, Du alter Saftsack, Du störst uns dabei überhaupt nicht. Also Heinz, raus mit der Sprache, was führst Du im Schilde, das die hohen Gebühren der Telekom wert ist?“

„Josef, wie immer habe ich eine glänzende Idee.“

„Heinz, Du kommst doch nicht schon wieder mit der alten Nummer von Idee, mich zu fragen, ob es sinnvoll ist, mit Deiner Frau, bevor sie ans Kochen geht, zu vögeln?“

„Nein Josef, Du altes Ferkel, ich dachte bei meiner glänzenden Idee an Deine liebe Frau …“

„Aber Heinz, Du alte Drecksau, das musst Du beichten!“

„Nein Josef, meine Idee befasst sich nicht mit den süßen Kirschen in Nachbars Garten,

sondern mit einem Auftritt von historischer Dimension. Du sollst dringend in Deinem zu schreibenden epochalen Werk Deine liebe Eva einführen.“

Spätestens an dieser Stelle müsste es auch dem hinterletzten Leser gedämmert haben, dass Heinz dermaßen bescheuert ist, dass ihm noch nicht einmal ich eine Kanne Wasser reichen kann. In der ausnehmend eleganten gepflegten Sprache, die gelegentlich an mir gerühmt wird, wies ich Heinz unmissverständlich in die Schranken seiner Unterschichtigkeit bei der Verwendung der heiligen Sprache von Goethe und dem anderen beinahe ebenso bekannten.

„Heinz, mein alter Freund, einen Scheißdreck werde ich tun“, sendete ich ihm als aufklärende Information per ISDN in sein Gehörorgan, „meine Eva, die mich über  alles liebt, kann man doch nicht einführen …“

„… aber Josef, warum …“

„… warum nur, warum? Warum ist die Banane krumm? Weil meine liebe Frau kein fiebersenkendes Zäpfchen ist. Darum.“

Das saß. Ich hörte Heinz am anderen Ende der Leitung stundenlang  nach Luft ringen. In einer Atempause stöhnte er mit letzter Kraft zwei an mich gerichtete Worte:

„Josef … Kalauer …“

Diese, gegen meine Menschenwürde, die nicht veräußerlich ist, gerichtete Beleidigung, konnte ich, bei allem mir zur Verfügung stehenden Wohlwollen für einen alten Freund, nicht unerwidert im Raum stehen und dort ungesühnt auf mir sitzen lassen. Ich gab Heinz den Todesstoß. In dem schwer männlichen Tonfall von John Wayne coolte ich mit bedeutender Betonung einige wenige Worte in die Leitung.

„Du … bist … ein … Deutschlehrer in der Mädchenrealschule.“

Meine unheimlich stark entwickelte Empathie verspürte in diesem Moment mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, wie Heinz ob dieses vernichtenden Urteils in die Knie ging.

„Josef“, stöhnte er noch mit versagender Stimme, „nenn mich von mir aus Kastrat oder Päderast, aber Deutschleh …“

Ich hörte noch, wie sein Körper Hautkontakt mit dem Fußboden aufnahm. Ich betete, in der Kurzfassung, ein Vaterunser für die schwarze Seele von Heinz, dann beschloss ich, ihn wieder aufzurichten.

„Heinz, mein alter Freund, hörst Du mich?“ sprach ich ihn sehr einfühlsam an.

„Josef, da muss ich durch. Ich rapple mich gerade auf.“ Diese Härte eines deutschen Mannes hätte einen Schwächeren als mich zu Tränen gerührt. Ich fuhr jedoch in dem von mir eingeschlagenen aufbauenden Tonfall fort. „Mach Dich auf die Socken, mein starker Junge, höre und befolge meinen väterlichen Rat. Nimm alle Kraft zusammen und gehe in die Küche.“

„Das Reich meiner Frau, der in manchen Schlachten bewährten Kunigunde soll ich betreten? Ich glaube, Du hast Deinen Verstand verloren. Na ja, dieser sehr übersichtliche Verlust hält sich in engen Grenzen.“

Natürlich verbot es mir mein edler Charakter mich von dieser schwachsinnigen Pöbelei aus dem Konzept bringen zu lassen.

„Heinz, ich meine es doch nur gut mit Dir. Nicht das ausgedehnte Reich Deiner stattlichen Kunigunde sollst Du betreten. Nur ‚Guten Tag, mein Schatz’ sagen, wie sich das für einen gut erzogenen Jungen gehört, dann gehst Du zu Deiner Spielecke, dem Kühlfach rechts oben im Kühlschrank. Dort findest Du, wie Du es gewohnt bist, drei Dosen Beck’s …“

 

Kurz und gut, in dem weiteren, die aufgewühlten Sinne besänftigenden Informationsaustausch beschlossen wir, uns um 17.30 Uhr in der „Linde“ zu  unserem täglichen Dämmerschoppen zu treffen, um die Erlebnisse des Tages nach männlicher Art Auge in Auge aufzuarbeiten. Um diese uralte Sitte der Beseitigung von Meinungsverschiedenheiten zu ermöglichen, wurde in Irgendwo schon 1423 die „Linde“, in der Dorfmitte als Schmuckstück der Gemeinde gelegen, erstmals urkundlich erwähnt. Seither gehört bei uns das Männerritual des täglichen Dämmerschoppens ebenso zum ehernen Bestand unserer sakrosankten Traditionen, wie die vom Anbeginn der Zeiten an über die Generationen hinweg mittelschwer bekloppten Herren Hochwürden.

 

Nebenbei bemerkt, für unsere Frauen, die uns Männer sehr lieb haben – einige moderne unter ihnen können sogar einigermaßen schreiben und lesen –, gibt es in Irgendwo keine „Linde“. Sie wäre auch so überflüssig wie der Beichtstuhl in unserer Pfarrkirche, wenn die Bewohner beiderlei Geschlechts unserer unbeschreiblichen Gemeinde nicht 2-3 mal in der Woche nicht Unkeusches allein oder mit anderen begehen würden, was sie allerdings nur ausnahmsweise im Gehen tun. Seit alters her sind unsere Mäuschen nach guter Vätersitte so erzogen, dass ihnen der Begriff „Meinungsverschiedenheit“ ein Buch mit 7 Siegeln ist, weil sie es im Traum nicht wagen würden, ihren Männern Widerworte zu geben.

In meinem bisher langen Leben habe ich nur eine Ausnahme – sie war sehr schön – erlebt. Dies vorweg, damit mir die Pointe nicht entfällt, denn ich muss berichten, dass das folgende Vorgehen ich in Irgendwo der Vorreiter der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Kultur der Promiskuität wurde. Die Ausnahme ließ sich mit dem bezaubernden Namen Jessica anreden und die Geschichte versüßte mir einen gelungenen Sommertag im Jahre 1969 im tiefen Forst zwischen Irgendwo und Ober-Irgendwo. Es war an jenem Tag so warm, dass Jessica nicht fürchten musste, sich auf dem Moospolster eine Blasenentzündung zu holen. Das Vorspiel lasse ich jetzt mal weg, die übliche Herumfummelei an den bekannten Stellen des Körpers, ich enthülle gleich den Kern der Sache. Da Jessica mit allem einverstanden war und kundig mitarbeitete, kamen wir zügig voran. Als ich durch eine missionarisch gestaltete Aktivität den I-Punkt auf ihren G-Punkt setzen wollte, - gab sie mir trotz der beträchtlichen Arbeitsgeräusche deutlich vernehmbare Widerworte.

„Josef“, stöhnte sie in die Tiefen des Forstes, „nicht so dämlich, ich will reiten!“ Brünstig stieß sie diese Worte aus ihrer vollen Kehle hervor und stieg auf meinen, nach der Art der spanischen Hofreitschule levadierten Hengst. Großzügig und tolerant wie ich schon damals war, wollte ich Jessica an diesem wunderschönen Sommertag die gute Laune nicht verderben. Tapfer arbeitete ich die mir zugewiesenen Aufgaben zur spürbaren Zufriedenheit von Jessica ab.

Eigentlich zählen die Widerworte von Jessica nicht richtig, denn sie war keine Einheimische von Irgendwo. Ihr Urgroßvater mütterlicherseits war seinerzeit von Ober-Irgendwo eingewandert.

 

Bevor ich es vergesse, vom Dämmerschoppen in der „Linde“ ist noch zu berichten, dass ich mich kurz vor der Polizeistunde mit meinem alten Kumpel Heinz dahin einigte, dass ich meine Eva, die mich sehr liebt, in dieser Folge meines epochalen Werkes zwar nicht einführe, sie aber mit ihrer Befruchtung des hochkulturellen Lebens von Irgendwo vorstelle.

 

Immer wenn ich einen meiner Füße oder beide auf die Eingangsstufen der „Linde“ setze, stelle ich mit der Hilfe meines weit überdurchschnittlichen entwickelten Sensoriums fest, dass in diesem öffentlichen Haus mächtig etwas los ist; meistens ist es der Pulsschlag des wahren Lebens meines Heimatdorfes, der sich in dem ehrwürdigen Gebäude seine Bahn bricht. So war es auch am letzten Samstag, als in unserer unbeschreiblich putzigen Gemeinde die edlere Teilpopulation der Bevölkerung zum Nebenzimmer der „Linde“ strebte. Der Grund der Bewegungsfreude der upperclassigen Männer in Begleitung ihrer plapperklassigen Frauen kann, ohne der Scham wegen zu erröten, genannt werden: es spielte sich an jenem Ort ein Kulturereignis ab, bei dem Eva, meine liebe Frau, genauer gesagt, ihr künstlerisches Schaffen, das sie als Ausnahmetalent bereits vor ihrer Menopause entdeckt hatte, im Focus des Geschehens stand und von der Heimatzeitung am Montag mit dem gebührenden tiefen Respekt und großem Lob, das die höchsten Töne zur Anwendung brachte, begeistert gefeiert wurde. In derselben Machart, in der die Weltpresse das 750. von Paris Hilton durchgeschlafene Promibett stürmisch feiert, stellte die Heimatzeitung das ungewöhnliche Ausnahmetalent meiner Eva heraus. Darüber war ich sehr stolz. Eva aber rief mit Entsetzen in der Stimme nach einem neuen Kleidchen, da sie auf dem Bild in der Zeitung in dem „alten Fetzen“, wie sie ihr Festtagsgewand von H+M nannte, wie eine Vogelscheuche aussähe. Nun will ich nicht länger im Enigmatischen verweilen, obwohl das ein von hochrangigen Kollegen von Weltgeltung oft gebrauchtes Modul der Textgestaltung ist: meine Eva, die mich ganz lieb hat, wie sie mir regelmäßig gelegentlich unserer regelmäßigen Bumserei ins Ohr flüstert, Eva, diese köstliche Perle im reich besetzten Halsband, an dem der ansehnlichere Teil der Frauen von Irgendwo aufgereiht ist – ich bin der festen Überzeugung, soeben eine sehr bild- sowie aussagekräftige Metapher kreiert zu haben – hatte im Zeitraum zwischen dem nahenden späten Sommer und dem mit den oft beschriebenen Stürmen heraufziehendem Frühherbst letzten Jahres ihre Neigung zur Äußerung von hochkulturellen Lebenszeichen entdeckt. Unser unbeschreibliches Irgendwo lag zu jener Zeit noch ganz im Dunstkreis des Banns der jährlichen Festdarbietung des Bauernschwanks „Liebe und Leid auf einem deutschen Bauernhof und vor allem der Ausstellung der in Yvonnes Kreativwerkstatt geschaffenen Werke in  französischer Manier im Spritzenhaus der Freiwilligen Feuerwehr, die, wie ein mächtiger Tsunami den Sandstrand die Küste eines südasiatischen Bumsparadieses, die Wände der zur Festhalle umgestalteten Unterkunft für die Fahrzeuge der Feuerwehr mit einem rätselhaften Hauch von Feng Shui durchströmt hatten. Als Folge dieser Atmosphäre ergab sich das, was Eva letzten Samstag im Nebenzimmer der altehrwürdigen „Linde“ zum Besten gab, als ihre Ausstellung mit der Vernissage eröffnet wurde.

Tout Irgendwo war sauber gewaschen und ordentlich gekämmt zu Evas Ehren gekommen. Unser langjähriger Bürgermeister, der auch seine Gattin dabei hatte, begrüßte und bedankte die wo gekommen waren in seiner doppelten Eigenschaft als langjähriger Bürgermeister und kürzlich ernannter Kulturbeauftragter. In seiner, stellenweise in fast in fehlerfreiem Hochdeutsch gehaltenen, Festansprache betonte er nachdrücklich, dass dies auch nach der bevorstehenden Wahl unverändert fortbestehen solle. Die Hochwürden Herr Pfarrer hatte den Weg zum Beweihwassern gescheut. Hinter vorgehaltener Hand wurde vermutet, eine, auf die Einzelausstellung von Eva neidische, Schnalle aus Yvonnes Kreativwerkstatt habe der Hochwürden Herrn Pfarrer im Beichtstuhl das Gerücht gestreut, Eva wolle in ihrer Ausstellung etwas nackisch Unkeusches zuerst performanzen und anschließend vor aller Augen an die Wand des Nebenzimmers in der Linde hängen. Ich will nichts gesagt haben, aber wahrscheinlich war es ganz sicher die Johanna vom Schneider Erwin, sie soll ja mit dem Pfarrer … Na ja, Sachen gibt’s. So musste Eva ihr Debüt ohne Segen der Kirche ihr Debüt geben. Davon wurde sie nicht krank.

Im Verlauf der Feierlichkeit wurde der Öffentlichkeit als Performanze eine, von Eva mit eigener Hand erschaffene, Installation zum Thema „Müll“ zugänglich gemacht. Diese erläuterte der Redner der Vernissage, mein alter Freund Norbert, der Zahnarzt von Irgendwo. Er füllte diese Rolle begeistert mit seinem profunden Fachwissen. Als Experte für Füllungen konnte er aus seinem reichen Schatz von Erfahrungen etliche Gedanken den Versammelten vorlegen, hatte er doch, wie kein anderer in Irgendwo, von der Pike auf gelernt, wie man Schrott durch eine kunstvolle Behandlung wieder zur vollen Kautauglichkeit verhilft und dadurch reichlichen Segen als Kontoeingang verbuchen kann.

„Genau so, verehrte künstlerisch hochmögende Bürgerinnen und Bürger, die Ihr Euch hier festlich versammelt habt“, führte Norbert im ersten Drittel seiner aufrüttelnden Rede aus, „genau so verhält es sich, wenn Evas zarte Meisterhände den Müll von Irgendwo als Kunstwerk mit ungeheuerer Ausdrucks- und Strahlkraft herrichtet und in den Adelsstand des Erhabenen zum Schlüsselwerk unseres Seins manifestiert.“ Da muss man ganz neidlos zugeben, der Bursche kanns.

In den verbliebenen 12 Minuten bis zum Schlussapplaus vertiefte Norbert das von ihm angeschnittene Thema. Dann hatten die der Hochkultur unserer Zeit engstens verpflichtete Elite die existentielle Symptomatik, die dem Müll in unserer Zeit der Globalisierung zukommt, die in einer Installation mit ihrer expressiven Gestik dem Zug unserer hektischen Zeit ihren demaskierenden Stempel aufdrückt und stupenden Ausdruck verleiht, in ihrem zutiefsten Verstehen verinnerlicht und fest verankert. Spätestens beim Zuhören dieser Gedankengänge anlässlich der von Eva bewerkstelligten 1873sten Müllausschüttung der letzten drei Jahre in deutschen Kulturstätten wurde klar, dass es auch in unserer putzigen Gemeinde sehr viel Müll gibt.

Nach der offiziellen Eröffnung des langjährigen Bürgermeisters sowie Kulturreferenten und den vertiefenden Worten meines alten Freundes Norbert zwischen den auf dem Boden des Nebenzimmers der „Linde“ arrangierten Sonderstücken, von denen noch die Rede sein wird, sowie den Inhalten von 3 Mülltonnen der 65-Literklasse, gab es im inoffiziellen Teil Fingerfood und Prosecco. Dieser Brauch hatte sich entwickelt, seit Irgendwo an die Spitze der Hochkultur in Deutschland aufgestiegen war. Früher wurden bei den Feierlichkeiten belegte Brote und Freibier angeboten. So ändern sich die Zeiten. Unverändert geblieben ist der  Brauch, im inoffiziellen Teil einen lebhaften Gedankenaustausch zwischen den anwesenden Kulturbeflissenen über das Kleidchen der Frau Bürgermeister, die neueste  Nummer von Boris Becker und die letzte Sendung von Stefan Raab zu bewerkstelligen. Im inoffiziellen Teil der Hochkultur feiert der deutsche Humor Triumphe. Kein Mensch, der noch alle Gartenzwerge im Vorgarten stehen hat, kann die Wahrheit ernsthaft bestreiten, dass die Installateure die Seinsverfasstheit unserer postindustriellen Gesellschaft, ihr Da-Sein sowohl als ihr So-Sein tiefgründend reflektieren und deren Verborgenes an die Oberfläche der Frage: „Warum-muss-das-Sein?“ vordringen lassen.

 

Müll, der als Kunst installiert wird, ist Kunst, die Müll ist.

 

Ihre Bestimmung zur gehobenen Installateurin war Eva, die mich meistens liebt, voll bewusst geworden, als starke Einflüsse aus der sozialen und materiellen Umwelt ihre weitere Entwicklung prägten. Von einer dieser kolossal wichtigen Traumatisierungen wird jetzt die Rede sein.

Als neulich der Siphon in unserem Badezimmer verstopft war, rief meine Frau einen Installateur zu Hilfe. Sie ließ natürlich bei dem Installateur von Ober-Irgendwo 3x das Telefon klingeln, natürlich, denn der Installateur von Irgendwo ist bei uns im Dorf ein Aussätziger. Er ist evangelisch. Der von Ober-Irgendwo kam nach 5 Tagen, machte zuerst eine Frühstückspause, während der er das Becken meiner Frau eingehend und den Siphon flüchtig in Augenschein nahm. „Gnädige Frau“, sprach er stullenkauend kundenfreundlich, „Ihr Becken bringe ich gleich wieder in Ordnung.“ Dann machte er sich ans Werk, setzte auch einen neuen Siphon an die Stelle des alten. Den alten, mit meinen seifenverklebten Bartstoppeln versifften, nahm er kundenfreundlich mit. Am Abend, als ich müde vom Stammtisch in der „Linde“ heimkehrte, fragte ich Eva, ob sie mit dem Handwerker zufrieden war.

„Sehr“, antwortete sie mit leuchtenden Augen, „er arbeitete fleißig und sehr professionell. Sogar die Zuleitung hat er gründlich durchgeputzt.“

„Erzähl mir Näheres, Schatz, hatte der Katholische aus Ober-Irgendwo besondere Handgriffe drauf?“

„Geh ins Bad und schau Dir den Siphon an“, raunzte Eva in ungewohnt pampigem Ton, „und lass mich in Ruhe die Kochshow auf Pro 7 angucken.“

Verstehe einer die Frauen. Da erkundigt sich ein müde heimkehrender Ehemann nach der von der Ehefrau erledigten Sorge um das Haus, da wird er dumm angemacht.

3 Wochen später fuhr ich mit meiner Eva nach Ober-Irgendwo weil sie dort einen neuen Reißverschluss für ihre Jeans kaufen wollte, der alte hatte seinen Geist aufgegeben. Der Krämer von Irgendwo führt diesen Artikel nicht im Sortiment, da er sehr selten nachgefragt wird. Wir Männer von Irgendwo sind noch von echtem Schrot und Korn, unsere prachtvolle Männlichkeit bergen wir nach der hehren Tradition unserer Väter hinter Hosenknöpfen. Das gehört sich einfach. Man kann doch nicht alles hinterfragen. Wir staunten nicht schlecht, als wir am Schaufenster des Optikers vorbeischlenderten. In der Auslage entdeckten unsere staunenden Augen neben den diversen Brillenfassungen unseren kaputten Siphon, drapiert auf einem handgemadeten Häkeldeckchen. An einer Seitenwand des Schaufensters pinnte ein Blatt DIN A 4, auf dem unter künstlerisch gestalteter Verwendung von gut einem Dutzend Schriftarten von Word die verehrte Kundschaft davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass der Huber Jakob, Installateurmeister in 4. Generation, noch drei weitere Installationen, das Stück zum Schnäppchenpreis von 1.250,- €,  zu dem Generalthema „Was unsere Gesellschaft in ihrer Substanz erschüttert“, im Innenraum auf den Fußboden gestellt habe. Da wurden uns die Augen geöffnet, wir wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass seifenverklebte Bartstoppeln soviel Unheil in der Welt anrichten können. Wie gut, dass es Installateure und ihre Installationen gibt, die uns das Unheil auch noch teuer verkaufen. So bewährt sich die Marktwirtschaft, die aus Scheiße Gold machen kann. Tief in Gedanken versunken fuhr ich mit Eva zu unserem weitgehend schuldenfreien Eigenheim. Ich ahnte, freilich noch in unscharfen Konturen, dass mit dem Erlebnis im Schaufenster des Optikers von Ober-Irgendwo das Fundament für den Quantensprung gelegt wurde, der in Evas weiterem Entwicklungsprozess die Reife einer weit aus der Masse herausragenden Künstlerpersönlichkeit bewirken würde.

Am späteren Abend, es war just beim ersten Drittel der 2. Bottel Chianti classico, gestand mir Eva mit träumerischem Augenaufschlag – ein Markenzeichen von ihr, das mich gelegentlich dazu verführt, von ihrem Anblick hingerissen zu sein – ganz im Vertrauen, „aber erzähl am Stammtisch in der „Linde“ noch niemand davon“, dass sie in Ober-Irgendwo irgendwie eine Vision gehabt habe, zur Installateurin berufen zu sein.

„Schatz, Du hast Mut, das muss ich schon sagen. Ich bin sehr stolz auf Dich. 2,5 Jahre Lehrling und weitere 3 Jahre bis zur Meisterprüfung, das alles nur, um bei anderen Leuten einen kaputten Siphon auszutauschen. Hut ab.“

„Nee Du Döskopp“, Eva lächelte mich entwaffnend charmant an und kraulte mir sanft die Nackenhaare, das tut sie immer, wenn sie etwas sehr Schönes vorhat, „ das geht bei mir innerhalb von wenigen Wochen.“ Eva erhob sich, breitete die Arme aus und verdrehte die Augen in Richtung Himmel. „Josef, mein innig geliebter Mann, halte Dich fest, ich beschreite von diesem historischen Moment an den Weg zur Künstlerin!“

 

Aus unserer Heimatzeitung, die über das viele Geschehen in und rings um Irgendwo sehr gute Artikel schreibt, las mir bald nach diesem denkmalwürdigen Tag Eva beim Frühstück die Ankündigung einer modernen Kunst in Unter-Irgendwo vor. Die Unter-Irgendwoer sind ganz schlimme Leute; sogar fünf, manche sprechen sogar von sechs, Schwule soll es sogar dort geben. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: zum Bürgermeister hat es noch keiner von diesen warmen Brüdern gebracht. Eva las mit interessiertem Tonfall laut vor sich hin, die in Unter-Irgendwo bekannte Schlachter Christel werde im Flur vor der Gewerbeaufsichtsabteilung des Rathauses eine performanzte Installation mit dem Titel „Mit staunenden Augen“ darbieten. Der Eintritt betrage nur 4,80 € je erwachsene Person, Rentner und sonstige Behinderte die Hälfte. Nachdem Eva und ich in letzter Zeit an dem Thema „Arbeit von Installateuren“ Blut geleckt hatten, fuhren wir in die Fremde nach Unter-Irgendwo. In der Dorfmitte fanden wir ein Gebäudeensemble aus Pfarrkirche, einem „Ochsen“ und dem Rathaus. Wir betraten Letzteres und entrichteten 9,60 €, eine Ausgabe, die sich für mich, wie ich bald feststellen durfte, gelohnt hatte. Dieses Thema schnitt ich bei meiner Eva nicht an, aus einem Grund, der einsichtig vorlag, aber nicht begriffen werden durfte.

Im Flur vor der Abteilung Gewerbeaufsicht performanzte die Schlachter Christel, mit unseren offenen Augen sahen wir sie ganz nackisch auf dem Parkettlaminatboden liegen.

 


Zwischen ihren Beinen war das aus dem Anhang zur Straßenverkehrsordnung bekannte Schild: „Spielstraße für Kinder, verkehrsberuhigte Zone“ installiert. Da wurde in Unter-Irgendwo auf paradigmatische Weise der Fortschritt unserer Gesellschaft beeindruckend installiert und dokumentiert; wo Kinder herumspielen darf es nicht zu unruhigem Verkehr kommen. Installateure machen uns solches zutiefst bewusst, mit der Folge, dass mir die Einzelheiten der Schlachter Christel unauslöschlicher Bestandteil meines historischen Gedächtnisses wurden. Rembrandt hat in seinen berühmtesten Werken nur sich selbst abgebildet. Picasso und Tizian eine Menge nackter Frauen. Velasquez die Herrscher und ihre Begatterinnen. Doch kein Künstler bis in unsere Zeit hinein hat so tief wie die Performanzerin aus Unter-Irgendwo – selbstverständlich denke ich an dieser Stelle auch an den Huber Jakob von Ober-irgendwo – das Wesen unserer vergänglichen Zeit aus ganzheitlicher Sicht und den Zustand unserer gesamten Gesellschaft als solche sinnfällig  erfasst und gestaltet -, diese Errungenschaft blieb den heutigen Installateuren vorbehalten. Vielleicht noch der Spanier Dali, bei dem gehen auch die Uhren ganz anders. Damit wollte er mit der Bildgewalt der Sprache des Surrealismus zum Ausdruck bringen, dass die Künstler unseres Zeitalters nicht richtig ticken.

 

Ich stand noch ganz im Bann des in Gedanken versunkenen Anblicks der Installation auf dem Parkettlaminat des Rathauses in Unter-Irgendwo, als ich am Abend, ein fröhliches Lied auf den Lippen, einen spanischen Roten der besseren Klasse und zwei edle Kristallgläser auf die Häkeldeckchen unseres im Gelsenkirchener Barock gehaltenen Couchtisch stellte und meiner lieben Eva vorschlug, den Abend dazu zu benutzen, Pläne für ihr erstes öffentliches in-Erscheinung-Treten als künstlerische Installateurin zu schmieden.

„Schatz“, Eva schaute mich in der Weise an, dass ich gewiss sein konnte, eine der Stunden, in denen sie mich liebt, sei mal wieder gekommen, „das kann aber bis zu den Spätnachrichten …“

„Liebling, das habe ich auch gedacht, ich habe vorsorglich eine 2. Flasche dekantiert. Der edle Stoff braucht Sauerstoff.“

Für einen stimmungsvollen Abend war vorgesorgt, es konnte losgehen. Die üblichen Präliminarien lagen bald hinter uns.

„Mein herziges Dackelchen“, Eva läutete in der von ihr gewohnten gepflegten Art unsere partnerschaftlich ausgeprägte Kommunikation ein, „an was hast Du denn so gedacht, wie ich mich erstmals als Künstlerin der Öffentlichkeit von Irgendwo präsentieren soll?“

„Liebling, mir geht diese Schlachter Christel nicht aus dem Kopf!“

„Josef!“ so muss eine Furie sich präsentieren, wenn sie losgelassen wird, „Josef, diese blöde Kuh mit ihren Hängetitten, so groß wie die Wassermelonen, die die Edeka vom Hannes letzte Woche im Sonderangebot hatte! Schon die ganze Zeit in Unter-Irgendwo hast Du hingestiert, Du wolltest die rothaarige Gans rammeln, an sonst hast Du nichts gedacht!“

„Eva, bewahre bitte die Ruhe und Deinen klaren Verstand. Natürlich wirst Du mit Deiner bescheidenen Körbchengröße, die nur zwei feste Äpfelchen zu bergen hat, der Öffentlichkeit ein viel ästhetischeres Bild vor die Augen legen, wenn Du die Installation der Sch …, ich meine des Rathauses von Unter-Irgendwo nachstellst.“

„Josef, ich folge Deinem Vorschlag nicht.“ Eva sprach mit gefasster Stimme. Sie hatte sich sichtlich beruhigt, da ich nicht mehr von der Christel, sondern von dem Rathaus sprach. „Du kennst doch meine empfindlichen Knochen, auf dem Boden liege ich eindeutig zu hart.“

Diese Form der Argumentation erregte mein Wohlgefallen. Mit ihr hatte Eva in der näheren Umgebung des Couchtischs eine Atmosphäre verbreitet, in der ein sachorientierter Austausch von Argumenten zwischen Partnern auf gleicher Augenhöhe möglich ist.

„Mein Mäuschen, wenn ich Dein Argument auf Herz und Nieren prüfe, … ich habe Dir einen Vorschlag zu unterbreiten, wie Du von den von Dir prognostizierten Schmerzen verschont bleiben wirst. Wir betten Dich während der Installation auf das alte Sofa, das oben auf dem Speicher unnütz herumsteht.“

„O Du mein kleines Klugscheißerchen! Dir hat wohl eine Blaumeise ins Gehirn gekackt. Wie soll denn das aussehen? Ein Bild des Jammers werde ich bieten!“

„Meine Göttliche, glänzen wirst Du wie das Kreuz des Südens am nächtlichen Firmament, das seinen Bogen über die unendliche Weite der afrikanischen Savanne spannt. Gönne mir einen Augenblick, Du Trösterin meiner schlaflosen Nächte. Siehe, ich eile zu meinem Arbeitszimmer, um mit meinen Händen das Material herbei zu tragen, mit dem ich mit lockerer Hand zu Deinem besseren Verstehen das Szenario Deines Auftritts auf ein Stück Papier zu werfen gedenke.“

In partnerschaftlicher Übereinstimmung mit meinem einsetzenden Bewegungsablauf erhob sich Eva, meine liebe Ehefrau.

„Ich hole derweil den Nachschub aus der Küche. Wir sind heute wieder super drauf.“

Ich begab mich eilenden Schrittes in mein Arbeitszimmer, sammelte meine Farbstifte und einen Skizzenblock und begab mich hoch motiviert wieder zum ehelichen Couchtisch. Eva war mit dem dekantierten Stoff zurück. Er besaß den verführerischen Körperreichtum und den langen Abgang seines Vorgängers, wie wir bei der ersten Verkostung feststellten. Während Eva es sich bei bedächtig genossenen 2-3 Schluck wohl sein ließ,  ließ ich meinem kreativen Schaffen freien Lauf. (siehe Abb. 1, „Eva auf dem Sofa liegend&ldquo.


 

Stolz wie ein Kuttenbrunzer im weißen Festtagskleidchen mit reichlichem Spitzenbesatz reichte ich Eva mein vollendetes Werk zur Kenntnisnahme. Selbstverständlich erwartete ich hohes Lob und einen Kuss der außerehelichen Sorte. Stattdessen hagelte es knüppeldick auf mich nieder.

„Josef! Du perverses Ferkel!“ schrillte es so laut, dass es bis zu unseren übernächsten Nachbarn deutlich zu vernehmen war, so schätzte ich die von Eva erreichte Phonzahl ein, „man sieht doch  a l l e s !“

Der Art der Gestaltung dieser Äußerung entnahm ich, dass sich meine liebe Ehefrau in diesem Moment ganz auf die rechte Gehirnhälfte kapriziert hatte. Jetzt nur kein Öl ins Feuer gießen, befahl mir meine linke Gehirnhälfte. Dem gehorchend nahm ich einen langen Schluck vom Spanier, um Eva wieder zu Atem kommen zu lassen.

„Eva, Du mein süßer Wonneproppen“, sprach ich mit sanften Worten, „o je, danke, Du hast mich darauf gebracht, ich hätte nie an so was gedacht. Ich bin zerknirscht. Bitte, gehe in die Küche und stelle uns zwei Pizzen in die Mikrowelle. Derweil sinne ich auf die Lösung Deines Problems.“

Eva ging. Mir kam eine Idee. Eva kam wieder.

„Evamäuschen“, brach es mir aus meinem Herzen heraus, noch ehe Eva die Pizzen servieren konnte. „mir kam soeben eine glänzende Idee. Ich erinnere mich an das Verkehrsschild gemäß Anlage zur StVO, das zwischen den Beinen … ich meine, das auf dem Boden des Rathauses von Irgendwo stand. Wenn wir dieses Schild bei Deiner Installation geschickt platzieren, wird es den Blick der Männer von Deinem interessantesten Teil ablenken. Schau, so habe ich mir das vorgestellt.“ Geschickt ergänzte ich meine Skizze und reichte sie Eva. (siehe Abb. 2, Eva und die StVO&ldquo

 

 

Eva verfiel in vernehmbar unruhiges Atmen.

„Josef, mein unschuldiger Bengel“, hauchte sie, „glaubst Du, dass sich die anderen Männer bei der Verwendung ihrer Blicke von einem Schild gemäß Anhang zur StVO leiten lassen?“

Ich zündete einen Lolly an und schob ihn in den rechten Mundwinkel, stylte den Blick meiner grauen Augen mit einem sehsuchtsgefüllten Flor und näherte mich dem Antlitz von Eva auf minimale Intimdistanz.

„Liebes, ich schau Dir in die Augen“, raunte ich bogartmäßig, „ich will Dir die Wahrheit verkünden, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. … … Die Dummheit der Männer kann man nicht groß genug einschätzen.“

Scheinbar hatte Eva die Kröte geschluckt, denn sie wandte sich mit hungrigen Augen ihrer Pizza zu. Während sie bedächtig genießend kaute, betrachtete sie lange meine meisterliche Skizze. Ganz ruhig stand sie auf,

„Du blöder Heini“, sprach sie jede Silbe betonend mit tiefer Verachtung in der Stimme und warf mir die Pizza an  den Kopf, „glaubst Du, für eine blöde Installation würde ich mich wie Deine Schlachter Christel in Unter-Irgendwo bis auf einen kleinen Restposten der Erinnerungskultur rasieren?“ Sprachs, verließ den ehelichen Couchtisch und ging zu Bett. Mir fiel es wie Schuppen von den Augen in den Schoß und blieb dort liegen. Wie konnte ich nur von allen guten Geistern verlassen werden? Ich, der heiße Fan von Evas wild wuchernder, bisher ungezähmter Lusthecke an meinem Lieblingsspielplatz wollte ihren Vorhang vor dem Opferaltar der Venus bis auf ein symbolisches Fleckchen   zerstören! Ich war Opfer des in der modernen Kunstwelt grassierenden schwachsinnigen Minimalismus geworden.

Tief zerknirscht kauerte ich mich in den Sessel und weinte bitterlich.

Beim ausgedehnten Frühstück am nächsten Morgen stellten wir, ohne viele Worte darüber zu verlieren, den erfreulichen Befund fest, dass die Sofa-Krise unserer Ehe Schnee von gestern war. Als in der Nacht der Vorrat meiner bitteren Tränen erschöpft war, und ich – eine Folge der Nachtabsenkung unserer Ölzentralheizung – in meinem Sessel zu frieren begann, hatte ich mich zu unserer nächtlichen Spielwiese begeben. Eva lag mit geöffneten Augen, geschmückt mit einigen Tränen live, süß dekorativ leidend an ihrem Stammplatz und schaute mich fragend an. Ich verstand, nickte und bestätigte ihr, dass ich ihr ein neues Kleidchen kaufen werde, damit sie bei ihrer Installation etwas zum Anziehen habe. Das versetzte Eva in jene Stimmung, in der es mir angeraten schien, ausführlich die in Irgendwo seit Generationen zur ehernen Tradition zählende Pflege des geschlechtlichen Brauchtums zu vollziehen. Eva war so gut drauf, dass ich ihr zur Abrundung der abendlichen Genüsse auch noch ein paar neue Schuhe als Zugabe spendierte.

 

In den nächsten Wochen trug Eva allerhand gebrauchte Gegenstände in unseren Räumen zusammen, um sie im Rahmen ihrer Installation zu einer Assohmblasche zu verarbeiten. Als sie einmal unseren Speicher gründlich visitierte, fand sie in einer Hutschachtel aus dem Nachlass ihrer Großmutter mütterlicherseits zu ihrem Entzücken 1,80 m Strumpfbandgummi, das von kundiger Hand mit lieblichen Veilchen bestickt war. Diese Trouvaille wuchs ihr sofort ans Herz.

In ihrem Wirtschaftsraum füllte die Antiraucherin 2 Regalmeter mit Reklameaschenbechern, die sie Sepp, dem Lindenwirt, abgeluchst hatte, ich musste ihr von meinem täglichen Stammtisch – neuerdings erinnerte mich Eva ab 16.00 Uhr daran, den heutigen Termin nicht zu vergessen – originale Zigaretten- und Stumpenkippen in einem Gefrierbeutel mitbringen, um mit diesen exquisiten Fundstücken einen Tatsch Lebensnähe in ihre Installation zu bringen.

Aus dem Sammelbehälter, in dem das Rote Kreuz gebrauchte Kleider sammelt, um damit die Afrikaner von der unmenschlichen Last zu befreien, in ihren Lehmhütten auf total veralteten Webstühlen, die den deutschen Arbeitsschutzgesetzen hohnsprechen und deshalb gegen die Menschenwürde verstoßen, Billigkleidung herzustellen, klaute Eva (die gut katholisch Erzogene!) eine ansehnliche Sammlung von ausgeleierten Büstenhaltern, unter denen sich, neben den in Irgendwo gebräuchlichen großvolumigen Barockformen, auch Exemplare mit ausgefallenem Design befanden. Mein Lieblingsstück war ein schmaler Gummigurt mit zwei Affenköpfen zur Aufnahme des Füllgutes. Als ihn Eva bei einer abendlichen Beutebetrachtung am lebendigen Leibe vorführte, begriff ich auch, zu welchem Zweck die Affen die Mäuler aufsperren.

Einmal musste ich gegen die Sammelwut von Eva energisch einschreiten. Die Törichte wollte meine umfangreiche Sammlung leerer Bordeauxflaschen antasten.

„Eva, mein Herz!“, sprach ich mit einem starken Vorwurf in der Stimme, „ich beschwöre Dich, halte in Deinem ruchlosen Treiben inne und finde zurück zur Vernunft! Ich habe unter großen Anstrengungen in den zwei Kellerräumen unsere eiserne Reserve aufgebaut für den Fall, dass die FDP in der nächsten Regierung uns die sauer verdiente Rente zugunsten der Zahnärzte wegnimmt. Jede Flasche ist 5 Cent wert. Mit dem zusammengesparten Schatz können wir uns in dem erwähnten Ernstfall ein paar Jahre über Wasser halten …“

„… o mein Schatz, jetzt verstehe ich auch, warum Du einen weiteren Kellerraum bis zur Decke mit vollen Flaschen hochgestapelt hast! Wenn die FDP zum Zug kommt, in dieser kommenden Notzeit, müssen wir genügend Nachschub für den Rentenersatz der leeren Flaschen zur Hand haben, …“

„… Evamäuschen, ich könnte Dich auf der Stelle für Dein Verständnis abknutschen! …“

„… Joseferl, Du Feigling, tus doch!“

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen.

 

Das echte Heileit der Installation wurde per Zufall eine Dauerleihgabe von Yvonne. Wir trafen uns zu einem der beiden jährlichen „Freundschaftstreffen mit Ehefrauen vor dem brennenden Kamin von Yvonne und Norbert. Diese Tradition hatten Norbert und ich gegründet, um unseren beiden Liebsten die Gelegenheit zu geben, ihr jeweils neues Kleidchen auszuführen. Zu später Stunde enthüllte Eva erstmals vor familienfremden Personen ihren Entschluss, künftig als Künstlerin ihr Dasein zu gestalten. Auf die intensive Nachfrage von Norbert, der ausnahmsweise zu dieser Tageszeit noch zur Bildung eines zusammenhängenden Satzes fähig war, berief mich Eva als Zeugen, der versichern könne, dass sie auch in dem Zustand, in dem sie nicht im kostbaren Besitz von reichlichem Grand Crû aus dem St. Emilion sei, ihr Potential zur begnadeten Installateurin zu verwirklichen gedenke. Yvonne fiel der neu gewonnenen Kreativschwester um den Hals, nannte mehrmals „Unsere soeben geborene weitere Kulturträgerin von Irgendwo“ und küsste sie so stürmisch ab, dass bei Eva große Fladen der Spachtelmasse abblätterten, mit der sie sich als Fassadenpanade zum Freundschaftstreffen aufgebrezelt hatte. Kaum hatte sie mit wenigen Worten ihre Auftrittsinstallation skizziert, verschwand Yvonne, kam aber nach ca. 2 Minuten an den Ort des Geschehens zurück.

„Das Ding da“, war ihrem leicht gestörten Sprachfluss zu entnehmen, hat Jeanette bei ihrem ersten Urlaub als Andenkensammlung mitgebracht. Ich tue das Ding als Dauerleihgabe für die Installation vermachen.“

Das Ding da war eine von Jeanette eigenhändig gebatikte Mumiennachbildung.

„O, ein Werk der angehenden Ägyptologin“, lobte ich.

„Auch der Inhalt!, glänzte Yvonne mit strahlenden Augen, „musste gucken tun, geliebte Kreativschwester!“

Eva packte aus. Wir zählten schließlich 124 kleine Mumien, gebrauchte Kondome, deren Inhalt zu kleinen gummibärchenartigen Gebilden geschrumpft und mumifiziert war.

„Jeanettchens Trophäen ihrer Top Ten, die sie um ihre eindrücklichsten Erfahrungen an der Uni bereicherten“, strunzte Norbert mit väterlichem Stolz.

„Aber, liebe Kulturschwester“, zögerte Eva, „Jeanette wird diesen kostbaren Schatz nicht aus Eurem schmucken Eigenheim geben wollen.“

„Evchen, kannst nehmen tun, Jeanette wegwerfen hat gesagt letzte Woche, Sammlung ist total veraltet, sie schon zwei neue Mumien zum Behälter für neue gebastelt hat.“

Eva traten viele Tränen der gerührten Dankbarkeit in die Augen.

„Ich habe schon einen Gestaltungsvorschlag!“ Yvonne war jetzt ganz in die Gedankenwelt ihrer Kreativwelt eingetaucht, „wir spannen eine Wäscheleine von Hirschgeweih zu Hirschgeweih im Nebenzimmer der Linde …“

„… und mit Wäscheklammern schmücken wir sie mit den 124 kleinen Mumien als Jagdtrophäen von Jeanette …“

 

Unter dem Titel MÜKULI („ll & Kunst like Irgendwo&ldquo fand Evas Installation, die sich dem Ambiente der „Linde“ anschmiegte, rauschenden Beifall. Um dem Ende des offiziellen Teils die Krone auf zu setzen, sang der Männerchor Liederkranz 1823 e.V., lautstark unterstützt von unserer gemischten Trachtenkapelle, die alte Volksweise „O Heimat, was bist du so schön!“ In diesem erhabenen Moment hatte sich im kollektiven Gedächtnis von Irgendwo ein hochkultureller Neuzugang tief eingegraben.

Pit Segriet am 21.7.12 16:03


Meeresstrand

 

Ins Haff nun kackt die Möwe,

und Dämmrung bricht herein;

trübet bei Kattegatten

das Meer mit ihrem Schleim.

 

Grüner Öko huschet

neben dem Wasser her;

Geschissenes treibend an Inseln

betrübet in sehr.

 

Er höret des gärenden Schlammes

dumpfblubbernden Ton,

einsames Würmerhusten –

so war es immer schon.

 

Noch einmal schauert leise,

der Öko entlässt einen Wind;

vernehmlich werden ihm Stimmen,

die ziemlich bescheuert sind.

 

Pit Segriet

 

Pit Segriet am 18.7.12 15:20


CORDULA, eine schauerliche Wahrheit

Als Dorothea, auf dem Scheitelpunkt ihrer Schamhaarmeditation angekommen, von einem erschütternden Yin- und Yangorgasmus ungewöhnlich stark heimgesucht wurde, erlitt Cordula, mit der sie im zweiten Monat schwanger ging, ihren ersten, ihre heranwachsende Persönlichkeit prägenden Sprung in der Schüssel. Es ist wirklich sehr schlimm mit solchen frühkindlichen Erschütterungen, die penetrante Konflikte zur Folge haben. Auch wenn es schwerfällt, man muss das verstehen, die Ergebnisse der Evolution sind manchmal voller Rätsel. Wir begreifen ja auch nicht, warum manche ältere Männer wieder einen Cowboyhut auf ihr schütter gewordenes Haar stülpen, breite Gürtel mit Nieten zur Wampenstütze benutzen und Stiefelchen mit Ziernähten tragen.

Die erlittene seelische Deformation von Cordula war derart gravierend, dass ihre Mutter Dorothea schon unmittelbar nach der Geburt wahrnahm, dass mit ihrer Tochter etwas nicht stimmte. Das Kind nuckelte beim Stillen wie besessen an ihrer linken Brust, während sie die Nahrung aus der rechten mit von Entsetzen gezeichneten Gesichtszügen nahezu vollständig verschmähte. Die durch dieses unmenschliche Verhalten entfachten Ängste der Mutter, ihre Tochter würde keine vollwertige Grüne werden, hatte für die naturentfremdete Cordula  als Folgeprodukt eine Höllenqual zur Folge: sie durchlitt eine Tortur, die sonst nur älteren Menschen und Society-Girls zuteil wird: sie wurde bei Dr. von Gestrich, einem Obsessions- und Psychosenpsychiater, auf die Couch gelegt. Klar wurde der Spezialist für Plem-Plem-Sein auch fündig, er stellte die Diagnose, unter der sich auch ein Fachmann nichts und alles vorstellen kann (einschließlich der Plem-Plemität des Psychiaters), die jedoch Dr. von Gestrich für zwei Jahre ein gediegenes Einkommen sicherte: polymorph-multisensuelle Penissehnsucht mit einer Beimischung von abeunder Amygdalaverdrehung. Wahrscheinlich genetisch bedingt. Fragen Sie mich nicht, warum der Liebe Gott so etwas zulässt, seiner Schöpfungskraft ist auch das Kardinalskollegium zu verdanken. Dies festzustellen ist an mir nicht zu kritisieren, ich kann doch nichts dafür, dass es so ist.

 

Auf die frühen Baby- und Jugendjahre 2-15 von Cordula will ich nicht näher eingehen. In dieser Phase des Werdens von Cordula geschah nichts Wesentliches, das die Aufmerksamkeit der Leser verdienen würde; lediglich mehrere kleine Schläge kamen über die Leidgeplagte, doch nichts so Schwerwiegendes und ihr bisheriges und künftiges Schicksal Prägendes - sowohl ontologisch als auch phänomenologisch betrachtet - wie der pränatale Sprung in der Schüssel und die Couchlage beim Obsessions- und Psychosenpsychiater.

 

Der diarynthische Schaden an der Waffel verstärkte aber mit zunehmender Jugend so sehr, dass es kein Wunder war, dass Cordula in der Lebensphase, in der normale Mädchen von Träumen an Ponys zum Kreischen angesichts von Bühnenhopsern und psychotischem Emotionalgesülze von Leadgirls hinüberwechseln, neben dem seelenverschattenden Leiden an dem Blütenmeer der Akne – Cordula war halt kein süßes Mädchen zum Vorzeigen -, endlosen Folgen von Soaps in den einschlägigen Medien, vor allem mehrfach das Wunder von Marienerscheinungen, begleitet von dazugehörenden Botschaften der virgo intacta, am eigenen Leib erlebte. Das brachte der Menschheit zwar keine Bereicherung ihres Erkenntnisschatzes, noch war es Ursache für die rapide Zunahme der Fettleibigkeit von Cordula, bewirkte aber eine Hochkonjunktur für die Produktion von Gipsmadonnen und eine postmoderne Blütezeit des Marienerscheinungstourismus. Ich will und darf diese Dinge nicht kommentieren. Es steht dem kleinen Menschlein nicht zu, über das, was der Schöpfer zu seiner Verehrung erdacht und erschaffen hat, zu rechten.

Allerdings hatten die obskuren Geschehnisse für Cordula auch ihre gute Seite. Während normale Menschen, die Erscheinungen  haben, auf Zeit hinter dicken Mauern, die man im Volksmund ‚Klapsmühle’ nennt, verwahrt werden, wurde sie hinter dicken Mauern der Obhut der Ehrwürdigen Schwestern vom von 7 Schwertern durchbohrten Herzen Mariae anvertraut. So ward sie im Kloster eine Gleiche unter Gleichen. Bitte entbinden Sie mich von der schier unlösbaren Aufgabe, den Unterschied zwischen einer Klapsmühle und einem Nonnenkloster aufzuzeigen.

 

Es geschah in der schwülen Hitze eines Augusttages, die ein Gewitter ankündigte. Das verhieß nicht Gutes. Und so kam es auch. Cordula sammelte gemäß ihrer betörenden Authentizität meditierend im Garten des Klosters einen Korb mit Kräutern, die nach den Glaubenssätzen der Bingener Helga, der Mutter aller Kräuterheilerinnen, so manches Frauenleiden heilen sollten. Da erblickte sie im Feuerschein einer leuchtenden Korona eine lichte Männergestalt, gewandet in eine goldlinnene Toga und blondgelockten Hauptes. In dem Überirdischen erkannte Cordula den Erzengel Raffael. Der Erzengel kam mit schwebenden Schritten,  ohne den Boden zu berühren, auf sie zu, zückte sein Flammenschwert und …

 

Die Ehrwürdige Küchenschwester Hildaria, die einen Bund Petersilie und ein Büschel Schnittlauch zur Würze des abendlichen Quarks ernten wollte, fand die schon ziemlich erstarrte leibliche Hülle, die Seele Cordulas war schon in den ewigen Frieden ihres Schöpfers entschwunden.

Pit Segriet am 14.7.12 15:28


An die Jungen

Lass dich leicht fesseln, lass dich nicht wirren

Durch spießige Kanaillen in deinem Lauf!

Die Lobeshymnen stinken, die Fliegen schwirren,

Halte dich nicht mit Kleinbürgerlichkeit auf.

 

Ein lüstern Schlund ist halbes Gewinnen,

Doch Promibums macht säckeweis Geld!

Kein Besinnen! Der Boxenluder-Königinnen

Silikoniert und gebotoxt billige Welt.

 

Wir kreischen, wir werben!  Tristes wir färben

Welchen Gehirndeppen kümmert das schon.

O Schnäppchen! O blühendes Verderben!

Rausch des Vernunfttods, schwachsinniges Babylon!

 

(nach Heinrich Heine)

Pit Segriet am 11.7.12 11:07


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